Als Mama wieder in den Job?

Als Mama den Wiedereinstieg in den Beruf zu finden ist nicht immer leicht, vor allem wenn die alte Stelle nicht mehr zur Verfügung steht oder sich die Prioritäten verschoben haben. Ist der Weg in die Selbständigkeit ein Option oder doch eine Teilzeitanstellung die bessere Absicherung? Ein paar Tipps.

Zurück in den Beruf

Viele Mütter steigen nach der Geburt, der Elternzeit oder auch Jahre später wieder in den Beruf ein. Doch nicht immer steht die alte Arbeitsstelle noch zur Verfügung. Oder die Prioritäten haben sich geändert und du als Mutter suchst einen neuen  Arbeitsplatz. Nicht selten machen sich Mütter auch selbstständig; der Trend ist steigend, obgleich der Weg als Einzelkämpferin recht hart sein kann. Als Unternehmerin Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht leicht, hat viele Vor- und Nachteile, vor allem, wenn man alleinerziehend ist. Deshalb bevorzugen es viele Frauen, in Anstellung zu gehen.

Während der Elternzeit tun am Ball bleiben

Auf dem Laufenden bleiben: Welche großen Änderungen gibt es in der Branche, in der du tätig warst oder in der du tätig sein möchtest? Kannst du ich nebenbei weiterbilden? Solltest du eine neue Software, neue Informationen kennen oder genügt auch es auch einfach, regelmäßig die Branchennews zu lesen (Fachmagazine, Ärzteblatt, Handelsblatt, und so weiter?). Es kann sich auch durchaus lohnen, den Kontakt zu (ehemaligen) Kollegen / Chefs und Fachleuten zu halten – ganz gleich, ob man in seinen alten Job zurückkehren will oder etwas Neues wagen. Netzwerken ist immer richtig (Achtung: bitte Tratsch vermeiden).

Welche Rechte habe ich nach der Mutterzeit

Grundsätzlich ist es so, dass du während der Elternzeit vom Kündigungsschutz profitierst. In der Regel bis zum Ablauf der Elternzeit. Der Arbeitgeber kann erst kündigen, wenn der Arbeitnehmer nach der Elternzeit wieder im Betrieb tätig ist. Dann wäre eine Kündigung - im Rahmen der tariflichen Vereinbarungen möglich. (Kündigungsschutz in der Elternzeit besteht sowohl wenn du währenddessen keine Tätigkeit ausübst als auch wenn du in der Firma Teilzeit arbeitest.)

Vollzeit oder Teilzeit?

Im Arbeitsrecht gelten dieselben Regeln – egal, ob du Teil- oder Vollzeit arbeitest. Unter Umständen darfst du verlangen, in Teilzeit zu arbeiten; dein Arbeitgeber darf das allerdings nicht. (Auch Minijobber sind Teilzeitbeschäftigte).
Gleichgestellt bedeutet:

  • Lohnfortzahlung bei Krankheit und am Feiertag, wenn du an diesem Tag eigentlich hättest arbeiten müssen.
  • gleiche Bezahlung wie ein Vollzeitmitarbeiter (entsprechend der reduzierten Arbeitszeit)
  • zum Beispiel anteiliges Weihnachtsgeld

Welche Pflichten hat der Arbeitgeber gegenüber Müttern?

Zum Vorteil einer Anstellung gehört auf jeden Fall auch, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (Faustregel: bis zu 10 Tage pro Jahr pro Kind, bis zu 25 Tage bei mehreren Kindern). Zudem musst du in der Regel nicht selbst Kunden akquirieren, hast geregelte Arbeitszeiten und es wird für dich anteilig in die in Kranken- und die Rentenversicherung eingezahlt.

Lohnt es sich als Mama zu arbeiten?

Das meiste meines Verdienstes geht in die Kinderbetreuung - lohnt es sich da überhaupt zu arbeiten? Ja, zumindest ökonomisch gesehen. Denn was kurzfristig womöglich nicht sehr sinnvoll erscheint, kann langfristig einen großen Unterscheid machen. Mütter, die lange aus dem Berufsleben raus sind, finden nach Jahren oft weniger schnell und weniger gut bezahlte Arbeit. Große Lücken in der Erwerbsbiografie ziehen – was die Rente angeht - leider auch oft Altersarmut bei Frauen nach sich. Statistisch gesehen steigen berufstätige Mütter mit der Zeit auch in besser bezahlte Positionen auf, was ebenso ein monetärer Vorteil ist, und sich wiederum in den Renteneinzahlungen niederschlägt. Zudem fühlen sich Frauen insofern meist freier, ihrem Umfeld und Partner gegenüber, wenn sie eigenes Geld verdienen. (Andernfalls trennen sich unglücklich verpartnerte Frauen nicht, aus Angst, nicht selbst für sich und ggf. die Kinder aufkommen zu können.)

Kind und Karriere? Du bist nicht allein

Es gibt inzwischen eine Menge (regionale) Gruppen von berufstätigen Müttern, die sich austauschen und gegenseitig unterstützen  -virtuell und im „echten Leben“. Auf Facebook haben sich zum Beispiel die „Mompreneurs“ (selbstständige Mütter) gefunden, es gibt zahlreiche Facebook-Gruppen, die sich unter dem Stichwort „mums in business“ oder "Geschäftsmamas" zusammenschließen; ein weiteres Beispiel ist die Initiative des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie "Frauen unternehmen". Es lohnt sich, auch lokal auf die Suche zu gehen - denn es gibt zahlreiche ähnliche Gruppen und Initiativen, auch auf XING.

Neuer Job gewünscht?

Wenn du weiterhin als Arbeitnehmerin arbeiten möchtest, immerhin versichert und im Krankheitsfalle weiterbezahlt, kannst du zum Beispiel auf Portalen wie Monster, XING oder LinkedIn oder auch Stepstone nach Stellenangeboten Ausschau halten, dich mit deinem Profil adäquat vorstellen oder einfach erst einmal sehen, wie der Markt sich darstellt. Auf jeden Fall solltest du ein professionelles aktuelles Bewerbungsfoto nutzen, dich kurz und knapp, präzise und ohne Rechtschreibfehler präsentieren. Ein Motto / Slogan kann zusätzlich (XING) genutzt werden, um sich originell abzusetzen. Es sollte klar formuliert sein, was du wünschst, was du kannst und was du bereits geleistet hast. Keine Bange, die anderen kochen auch alle nur mit Wasser, sprich eine gute Bewerbung ist keine Zauberei.

Mit diesen Tipps kann es losgehen

  1. Der Lebenslauf sollte möglichst knapp gehalten werden, denn Personalentscheider haben wenig Zeit. Faustregel: Eine Seite genügt für das Anschrieben, zwei Seiten für den Lebenslauf.
  2. Struktur reinbringen: Übersichtlichkeit ist wichtig; die Aufteilung egal. Solange sie konsequent durchgehalten wird, ob chronologisch oder thematisch bleibt dir frei gestellt.
  3. Sei authentisch; das schafft Vertrauen. Der Lebenslauf soll nicht nur deine Tätigkeiten, sondern auch deine Persönlichkeit spiegeln.
  4. Erläutere deine Aufgaben; allein die Nennung deiner früheren Position reicht nicht aus. Was genau waren deine Tätigkeiten, was konntest du gut? So versteht auch jeder, was sich hinter dem Titel verbirgt. Aktive Formulieren wirken positiv.
  5. Du musst dich nicht verstecken; Elternzeit und weiteres sind (wichtiger) Teil deiner Biografie. Wenn du zudem ehrenamtlich oder zum Beispiel im Elternbeirat tätig warst, ist auch das erwähnenswert. Neue Fähigkeiten und Perspektiven sind stets ein Zugewinn.


Für Mamas Tipp: Vergiss nicht zu vermerken, dass eine ausreichende Kinderbetreuung gewährleistet ist. Das kann manchmal das Zünglein an der Waage sein.

Viel Glück!