Macht Sparen überhaupt noch Sinn?

„Spare in der Zeit - dann hast du in der Not“ - dieses Credo galt lange Zeit, damit sind einige von uns aufgewachsen, weil unsere Eltern daran glaubten und das gelebt haben. Nun haben sich die Zeiten allerdings geändert. Mit einem einzigen Gehalt scheint es heut schwieriger, eine Familie zu ernähren, die Ansprüche sind gestiegen und … der Finanzmarkt hat sich verändert. Kann man sein Geld überhaupt noch sinnvoll anlegen?

Sparer haben zur Zeit ein Problem

Fakt ist, Sparer haben zur Zeit ein Problem. Zwar lieben die Deutschen traditionell ihre Sparbücher, doch diese, ebenso wie Tagesgeldkonten und ähnliches haben einen gravierenden Nachteil in den letzten Monaten / Jahren durchblicken lassen: Sie bringen kaum noch Zinsen! Einige Banken wollen von den Sparern bereits Negativzinsen haben, sprich, man kriegt nichts mehr, sondern soll auch noch zahlen. Ein No-go aus meiner Sicht.

Um das Hauptproblem zu umgehen, nämlich, dass die Inflation die geringen Zinserträge und sogar das Sparguthaben an sich mit der Zeit auffrisst - 1000 EUR sind heut mehr wert als - inflationsbedingt in 10 Jahren - muss umgedacht werden. Auch bei den sicherheitsliebenden Deutschen.

Aktien - ja, nein - vielleicht?

Aktien? Fragen sich da viele - gerade Familien. Das klingt so furchtbar unsicher? Muss man da nicht furchtbar viel Ahnung haben? Ist das nicht ungeheuer risikoreich? Fangen wir von vorn an:

Was genau ist eine Aktie eigentlich?

Mit einer Aktie erwirbt man in der Regel - vereinfacht gesagt - einen Anteil an einem Unternehmen. Aktiengesellschaften beschaffen sich Eigenkapital, indem sie „Anteilspapiere“, Aktien, auf dem Aktienmarkt an Aktionäre verkaufen. Du als Aktionär hast mit der Aktie ein Wertpapier, welches Rechte und Pflichten verbrieft. Der Wert der Aktie richtet sich nach dem Kurswert. Du kannst ihn täglich im Internet nachlesen.

Sparen ist Luxus geworden

Wer noch etwas zum Zurücklegen hat, sollte sich genau überlegen, worein er investiert. Streuung kann ein Schlagwort sein. Zu beachten: Minimalstzinsen, Geldentwertung durch Inflation – neue Konzepte sind vonnöten. Also das Geld in den Aktienmarkt stecken? Für viele ist das ein Buch mit sieben Siegeln. Wie funktioniert das eigentlich? Worauf muss ich als achten? Was ist zu vermeiden? Welche Möglichkeiten kann ich nutzen? Das will ich dir im Folgenden verraten.

Zuerst einmal: Was nun ist eigentlich der Unterschied zwischen einem gerissenen Privatinvestor und dem naiven Kleinanleger? Eigentlich nicht viel … Eine Strategie, könnte man denken. Zufall, sagen andere. Wieder andere schwören auf „gesunden Menschenverstand“.

Investiere nur, wenn du es dir leisten kannst

Das bedeutet, das Geld liegt in Aktien im Schnitt sieben Jahre, bis es wirklich Gewinn bringt. Wer also eventuell kurzfristig daran muss, sollte vorsichtig sein. Eine Durststrecke muss überstanden werden können - um im Falle er Fälle nicht gleich in Panik zu verfallen und unter Wert zu verkaufen. Seine Altersvorsorge sollte auch niemand „verzocken". 

Theoretisch kann man mit Aktien schnell viel Geld verdienen - und verlieren. Deshalb lieber mit Bedacht und Vorsicht anlegen. Wer auf sich in der Vergangenheit bewährte und recht langfristige Anlagen setzt, kann sein Erspartes in den meisten Fällen halten und gegebenenfalls mehren. Aber: Es gibt keinerlei Garantie.

Faustregel - Wie bei jeder Geldanlage sind fünf Punkte zu beachten:

  • Alter
  • Temperament
  • Beschäftigungsstatus
  • Vermögen
  • Fähigkeiten/ Motivation.


Wer also sehr sicherheitsliebend ist, sollte eventuell lieber in Gold investieren, wobei er Goldpreis schwankt und … diese Ablage einerlei Zinsen bringt.

Aktiengewinne werden versteuert

Kleine Aktienpakete können schon mit relativ geringem Budget erstanden werden. Nicht vergessen: Aktiengewinne werden versteuert. Wie bei allen Wertpapiergeschäften gilt: vom Gewinn geht gleich etwa ein Viertel als Abgeltungssteuer weg.

In was soll ich investieren? 
Das kann hier natürlich nicht ausführlich beantwortet werden. Nur soviel: Sich mit dem Thema auseinander zu setzen, kann lohnen. Und ich möchte noch kurz darauf hinweisen, dass man auch nach sozial und ökologisch unbedenklichen Aktien beziehungsweise Fonds filtern kann. (Mehr Infos unter: Fair Finance Guide)

Früher oder später platzt jede Blase

Wertbeständige Aktiengesellschaften- mit vielversprechender Vergangenheit und guten Aussichten überstehen in der Regel aber auch kurzfristige Marktschwächen. Beobachte Trends und die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen. Was ist grad los in der Welt, im Sozialen und Wirtschaftlichen? Sei vorsichtig, welchen „todsicheren“ Tipps du vertraust und prüfe stets genau, woher du deine Informationen bekommst. Investiere nicht alles in eine Sache, sondern nutze die Möglichkeit zur Streuung - ganz gleich, in welchen Investment-/ Vorsorge-Bereich.