Alle Schwangerschaftsvoruntersuchtungen im Überblick

Während der Schwangerschaft sind in Deutschland insgesamt 10 Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. Du siehst deinen Arzt oder deine Hebamme also einmal im Monat, ab der 32. Schwangerschaftswoche dann sogar alle zwei Wochen. Die Kosten für die Vorsorgeuntersuchungen übernimmt die Krankenkasse (gesetzlich und privat).

Das wird bei jedem Vorsorgetermin in der Schwangerschaft gecheckt

  • Du wirst gewogen und eventuell wird auch dein Bauchumfang gemessen. So können Arzt oder Hebamme sicherstellen, dass dein Baby wächst  Pro Monat darfst du ruhig 1,5 Kilo zunehmen. Insgesamt gilt eine Gewichtszunahme zwischen zehn und 15 Kilo als normal in der Schwangerschaft.
  • Dein Blutdruck wird gemessen, da ein zu hoher Blutdruck für Mutter und Kind gefährlich werdenkann.
  • Dein Urintest wird auf Zucker und Eiweiß untersucht. So können eine mögliche Zuckerkrankheit oder auch Nierenprobleme ausgeschlossen werden
  • Über die Blutuntersuchung kann ein möglicher Eisenmangel festgestellt werden
  • Hebamme oder Arzt werden auch deinen Bauch abtasten, um die aktuelle Lage des Kindes zu ermitteln
  • Gegen Ende der Schwangerschaft werden manchmal auch die kindlichen Herztöne mittels eines Cardiotokografiegeräts aufgezeichnet. Dies wird jedoch nur gemacht, wenn die Notwendigkeit dazu besteht.

Drei Ultraschalluntersuchungen

  • Insgesamt werden von der Krankenkasse drei Ultraschalluntersuchungen bezahlt. Das Bild deines Babys auf dem Monitor zu sehen ist nicht nur für dich ein tolles Erlebnis, sondern liefern gleichzeitig dem Arzt oder der Hebamme wertvolle Informationen, etwa wie groß das Ungeborene ist, wie es in der Gebärmutter liegt, auch die Entwicklung der Gliedmaßen und die Herzfunktion des Kindes wird so untersucht.
  • Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung kannst du zwischen der Basis-Ultraschalluntersuchung oder der erweiterten Basis-Ultraschalluntersuchung wählen. Hier wird zusätzlich überprüft, ob sich Kopf, Hirnkammern und Kleinhirn normal entwickeln.
  • Die dritte Ultraschalluntersuchung findet zwischen der 29ten und 32ten Schwangerschaftswoche statt, die erste zwischen der 9ten und 12ten Schwangerschaftswoche.

Die wichtigsten Laboruntersuchungen

  • Während der Schwangerschaft empfiehlt es sich auch verschiedene Infektionskrankheiten abzuklären. Dies geschieht in der Regel mittels eines Bluttests oder eines Abstrichs. Während einige im Rahmen der Vorsorge vorgesehen sind, sind andere sogenannte IGel-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen).
  • Chlamydien werden durch Sex übertragen und häufig nicht gleich erkannt. Sie können zu einer Frühgeburt führen, können jedoch einfach mit Antibiotika (auch beim Partner) behandelt werden.
  • Auch der Hepatitis B-Test gehört mittlerweile zur Standardvorsorge.
  • Der Lues-(Syphilis)-Test wird ebenfalls standardmäßig durchgeführt, da die Krankheit auf das Kind übertragen werden kann.
  • Der HIV-Test wird nur durchgeführt, sofern sie damit einverstanden sind. Infizierte Schwangere werden während des weiteren Verlaufs ihrer Schwangerschaft sehr detailliert betreut. Das erfreuliche Ergebnis: Dank entsprechender medizinischer Versorgung kommen heute weniger als 5% aller Kinder von HIV-infizierten Müttern selbst infiziert auf die Welt.
  • Übrigens: Bei Lues- oder HIV-Tests wird nicht das Ergebnis im Mutterpass vermerkt.

Schwangerschaftsdiabetes

In der 24. und in der 28. Schwangerschaftswoche bekommst du ein Zuckerhaltiges Getränk angeboten. Anhand eines Bluttests kann nach einer gewissen Zeit festgestellt werden, ob dein Körper den Zucker gut genug abbauen kann. Ist das Ergebnis auffällig wird ein zweiter Test gemacht, denn eine Schwangerschaftsdiabetes kann die Geburt komplizieren. Meist kannst du das Risiko aber schon durch eine einfache Umstellung deiner Ernährung wieder normalisieren.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung