Was ist Stripping?

Hast du schon einmal etwas von Strippen gehört? (Wir meinen damit nicht das laszive Auskleiden!) Stripping wird häufig eingesetzt, um die Entbindung auf natürlichem Weg einzuleiten. 

Was genau aber ist Stripping, und ist es gefährlich?

Beim Stripping wirst du vaginal von der Hebamme untersucht. Sie fühlt mit zwei Fingern, ob sich der Gebärmuttermund bereits etwas geöffnet hat. Ist dies der Fall, kann sie den inneren Muttermund massieren und leicht dehnen. Durch leichte, streichende Bewegungen löst sie die Fruchtblase von der Gebärmutterwand. Dieser Vorgang wird Eipollösung oder Zervix-Stripping genannt. Dein Körper reagiert auf diese manuelle Dehnung mit der Ausschüttung von Prostaglandin, ein Hormon, das für die Reifung des Gebärmuttermunds sorgt.

Warum Stripping?

Stripping beschleunigt den Geburtsbeginn. Die häufigsten Gründe für Stripping:

•    Wenn du vor der 42. Woche entbindest, ist dies noch mit Hebamme möglich. Danach muss die Entbindung im Krankenhaus unter Aufsicht des Gynäkologen erfolgen.
•    Der errechnete Geburtstermin ist (deutlich) überschritten und die Geburt soll auf natürliche Weise und (noch) ohne Medikamente eingeleitet werden. (Eine künstliche Einleitung mit einem Wehentropf findet im Krankenhaus unter Aufsicht eines Gynäkologen statt.)
•    Die Entbindung soll (möglichst) noch auf natürliche Weise erfolgen.
•    Es soll eine Hausgeburt (und damit eine natürliche Entbindung) möglich sein.

Ab wann?

Stripping ist ab der 41. Woche möglich. Deine Hebamme oder dein Arzt wird meistens von sich aus eine Eipollösung vorschlagen, aber du kannst das Thema auch ansprechen. Die Behandlung erfolgt meistens in der Praxis des Frauenarztes, kann aber von einer erfahrenen Hebamme auch bei dir zu Hause durchgeführt werden.

Wissenswert: Hast du schon einmal entbunden? Dann geht das Stripping häufig einfacher, da dein Muttermund meistens schon weiter geöffnet ist.

Ist Stripping schmerzhaft?

Jede Frau empfindet Stripping anders. Ob es wirklich schmerzhaft ist, hängt beispielsweise davon ab, ob deine Gebärmutter noch recht weit hinten liegt oder bereits nach vorne gesunken ist oder ob dein Muttermund leicht zugänglich ist. Außerdem hat natürlich jede Frau eine andere Schmerzgrenze und eine mehr oder weniger empfindliche Vagina. Die meisten Frauen empfinden Stripping als ziemlich unangenehm, aber nicht als schmerzhaft.

Gibt es Risiken?

Nein, Stripping ist völlig Risiko-frei. Da dein Muttermund allerdings gut durchblutet ist, kann es vorkommen, dass durch die Manipulation ein kleines Äderchen platzt und du dadurch etwas Blut verlieren kannst. Das ist vollkommen ungefährlich. Die Blutung hört nach einer Zeit von selbst wieder auf.

Gestrippt – und jetzt?

Jetzt heißt es abwarten, mehr kannst du nicht tun. Nach der Behandlung können bereits Vorwehen auftreten. Innerhalb von 48 Stunden fangen dann die „richtigen“ Wehen an. In Einzelfällen zeigt das Stripping keine Wirkung und kann ein paar Tage später wiederholt werden.

mama & baby Tipp: Egal, ob du dich für eine Hausgeburt entschieden hast oder zur Entbindung ins Krankenhaus gehst, sorge auf jeden Fall dafür, dass dein Geburtskoffer gepackt ist.