Soll ich mein Baby impfen?

Impfen oder nicht? Diese Frage stellen sich viele Eltern - nicht bei allen Impfungen, aber vor allem bei neueren Impfstoffen gehen die Meinungen doch weit auseinander. Anlässlich der BABYWELT Messe in Berlin lud der Pharmakonzern Pfizer Model-Mama Jana Ina Zarrella ein, um gemeinsam mit dem Berliner Kinderarzt Holger Röblitz Mamas und Babys bei einer Kuscheltierimpfung über die aktuellen Empfehlungen der Impfkommission aufzuklären.  Wir haben für euch ein wenig nachgehakt. Ein Interview.

Für Mamas Tipp: Welche Impfstoffe werden in Deutschland empfohlen?

Holger Röblitz: Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) gibt jährlich aktuelle Empfehlungen für Impfungen bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen heraus.  Der Impfkalender wird also immer aktuell den neuesten Standards und Erkenntnissen der aktuellen Forschung angepasst. Derzeit zählt bei Babys und Kleinkindern die Sechsfachimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Haemophilus influenzae typ b, Polio und Hepatitis zum Standard (vier Impfdosen verteilt über den Zeitraum vom 2 bis 14 Monaten). Zwischen dem 11ten und 23ten Monate kommt die Dreifach-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln dazu (2 Impfdosen). Neuer sind die Immpfungen gegen bakterielle Errreger wie Pneumokokken und Meningokokken, die bei Baby schnell zur Gefahr werden und in Extremfällen eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung auslösen können.

Für Mamas Tipp: Muss man vor allem schützen?

Holger Röblitz: Nein, in Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Es soll eine aktive Entscheidung der Eltern sein. Ich als Arzt versuche gemeinsam mit den Eltern eine für das Kind richtige Entscheidung zu treffen.

Für Mamas Tipp: Ihre Kinder sind von A bis Z durchgeimpft. Warum ist Ihnen dies als Mama wichtig?

Jana Ina Zarrella: Wenn ich meine Kinder auf so einfache Weise vor ernsten Krankheiten schützen kann, möchte ich diese Möglichkeit natürlich nutzen. Außerdem schützen Impfungen ja nicht nur meine Kinder selbst, sondern auch beispielsweise Kinder, die nicht geimpft werden können. Als Mutter möchte ich sowohl meinen eigenen, als auch gesundheitlich schwächeren Kindern den bestmöglichen Start in ein gesundes Leben ermöglichen.

Für Mamas Tipp: Aber muss man denn schon so früh anfangen?

Holger Röblitz: Der von der Mama mitgegebene Nestschutz lässt ja bereits nach zwei bis drei Monaten nach. Und unser Immunsystem muss trainieren, mit jedem kleinen Schnupfen, mit jeder Impfung wird es widerstandsfähiger, so hat es die notwendige Abwehr aufgebaut wenn es zu einer tatsächlichen, schlimmen Infektion kommt.  

Für Mamas Tipp: Die erste Impfung wird, glaube ich, mit 6 Wochen gegeben.

Holger Röblitz: Das ist richtig, das ist die Impfung gegen Rotaviren. Diese können gerade bei Babys und Kleinkindern Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslösen. Je nach Impfstoff erfolgt die Immunisierung gegen Rotaviren mit zwei oder drei Impfdosen.

Für Mamas Tipp: Einige Impfungen haben ja auch Nebenwirkungen. Muss ich mir da als Mama Sorgen machen?

Holger Röblitz: Ich sage meinen Eltern immer, dass sie auf ihr Kind achten sollen. Die Temperaturerhöhung zeigt ja eigentlich nur, dass der Impfstoff funktioniert und das Immunsystem anfängt zu arbeiten. Fieber ist also ganz normal und auch, dass die Kleinen dann kuschelbedürftiger sind. Wird das Kind aber lethargisch und will nicht mehr essen und trinken, dann sollte ich meinen Kinderarzt anrufen.

Für Mamas Tipp: Wie trösten Sie Ihre Kinder, wenn diese krank sind?

Jana Ina Zarrella: Wenn meine Kinder krank sind, dann dürfen sie auch mal einiges, was sie sonst nicht tun dürfen: mehr Fernsehen schauen oder auf dem iPad spielen. So wird die Krankheit zu einem kleinen Highlight und ist nur noch halb so schlimm. Und wenn der Hals weh tut, dann dürfen sie eben auch Eis essen.
Holger Röblitz: Ja, das schreibe ich sogar mit aufs Rezept. Drei Mal täglich ein kleines Eis.
Jana Ina Zarrella: Mir ist es wichtig, dass Kinderärzte die Sprache der Kinder sprechen können, dass die Kinder sie cool finden.

Für Mamas Tipp: Dann ist vielleicht auch die Spritze beim Impfen nicht mehr so schlimm.

Jana Ina Zarrella: Meine Kinderärztin hat einen Zauberschrank, aus dem sich die Kinder etwas aussuchen dürfen, nachdem sie geimpft wurden. Das funktioniert sehr gut.
Holger Röblitz: (lacht) Bei uns gibt es eine Keksdose in Form einer Kuh, die wir Betty getauft haben.

Für Mamas Tipp: Was kann man sonst noch tun, wenn die Kinder wirklich Angst vor der Spritze haben.

Jana Ina Zarrella: Bei meinem Großen klappt das schon besser, sie ist mutiger. Bei meiner Kleinen verheimliche ich zwar auch nicht, dass wir zum Arzt gehen, weil sie eine Spritze bekommt, aber meine Kinderärztin ist da sehr gut, und versucht ihr die Spritze nicht vorher zu zeigen.
Holger Röblitz: Die Angst und wie man damit umgeht hat natürlich auch mit dem Alter des Kindes zu tun. Ich versuche bei Impfungen das Vorgeplänkel kurz zu  halten,  ab der U5 (erfolgt im Alter von 6 Monaten) sollten die Eltern jedoch auch ehrlich sein und den Kindern nicht sagen, dass es überhaupt nicht weh tut, sondern dass es schon einen kleinen Piecks geben wird, aber wir schaffen das gemeinsam.

Für Mamas Tipp: Jana Ina, was tun Sie noch, damit Kinder und Familie gesund bleiben?

Jana Ina Zarrella: Wir sind viel draußen, verbringen etwa viel Zeit beim Fußball. Ich bin gerne so eine richtige Soccer-Mom und immer dabei. Ich finde es wichtig, dass Eltern ihre Kinder unterstützen und fördern.

Für Mamas Tipp: Was tun Sie für Ihre eigene Gesundheit?

Jana Ina Zarrella: Am wichtigsten ist es, in Bewegung zu bleiben. Ich mache Pilates, mit einer sehr netten Gruppe, mittlerweile alles Freundinnen von mir. Wir machen Sport, unterhalten uns über Frauenthemen und lachen uns kaputt. Und natürlich sollte man auch ein bisschen drauf aufpassen, was man isst. Also, ich esse sehr gerne, aber vielleicht eben nicht das 3. Stück Kuchen, sondern eines reicht.

Für Mamas Tipp: Sie kommen ja ursprünglich aus Brasilien. Leben Ihre Eltern noch dort?

Jana Ina Zarrella: Ja, aber meine Mutter kommt oft für längere Zeit nach Deutschland und wir besuchen  sie regelmäßig einmal im Jahr. Da ist der Impfschutz natürlich auch wichtig.

Für Mamas Tipp: Wie bringen Sie das nur alles unter einen Hut, Modellkarriere, Familie, Kinder...?

Jana Ina Zarrella: Meine Schwiegereltern wohnen zum Glück nur 5 Minuten weg von uns, das hilft natürlich. Aber mein Mann und ich sprechen uns auch ab – und ich kann meinen Kalender relativ frei gestalten.  Aber es ist nicht immer leicht. Gerade ist zum Beispiel mein Sohn krank, deshalb bin ich mit dem ersten Flieger von Köln hier nach Berlin gekommen und fliege auch gleich nach dem Termin wieder zurück.

Vielen Dank für das Interview!