Bist du eine Helikopter – Mama?

Bist du eine Übermutter? Und was ist das eigentlich? Was ist dran, an der Überbemutterung? Bemutterung ist ja nichts verwerfliches, im Gegenteil. Eine Mutter gilt als „schlechte“ Mutter wenn sie sich nicht in einem gewissen Maße liebevoll, fürsorglich um seinen Nachwuchs kümmert. Aber wo ist die Grenze zur Übermutterung? Wo fängt die übertriebene Überfürsorglichkeit an und wohin kann sie führen?

Was sind Helikopter Eltern?

Unter dem Begriff Helikopter-Eltern versteht man grundsätzlich sich überfürsorglich um ihre Kinder kümmernde Eltern. Sie versuchen oft, ihren Kindern alles von den Lippen abzulesen und sind meistens übertrieben vorsichtig. Sie halten sich oft in ständiger Nähe zu ihren Kindern auf und versuchen diese zu überwachen bzw mischen sich auch sehr stark in die Angelegenheiten ihrer Kinder ein.

Was steckt hinter dem Verhalten?

Oft trauen diese Eltern ihren Kindern nicht zu, dass diese ihre Sachen selbst lösen können oder aber versuchen (schon fast zwanghaft) ihr Kind vor vermeintlichen Fehlern zu beschützen. Häufig steckt dahinter eine extreme Verlustangst oder die Angst, seinem Kind nicht die optimalsten Bedingungen bieten zu können. Laut Ron Alsop (Erziehungsexperte und Autor des Buches „The Trophy Kids Grow up“ ) können Eltern heutzutage ihre Kinder nicht mehr einfach Kinder sein lassen. Sie könnten sich nicht mehr aus dem Leben ihrer Kinder heraushalten und machen lassen. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Der Helikopter-Check: bist du überfürsorglich?

An diesen Merkmalen kannst du erkennen, ob du eventuell zu den überfürsorglichen Mamas gehörst.

  • Siehst du überall Gefahren, bist übervorsichtig?
  • Möchtest du immer und jederzeit helfen und lässt dein Kind nichts alleine ausprobieren?
  • Du möchtest jegliche Enttäuschung von deinem Kind fernhalten?
  • Jede Stimmungsschwankung wird von dir registriert und von dir beantwortet?
  • Du erwartest sehr viel von deinem Kind, übst viel Druck aus?
  • Du möchtest in jede Aktivität deines Kindes Einblick haben?
  • Du reagierst prompt auf jedes Bedürfnis deines Kindes und lässt es nie warten?

Wie kannst du besser loslassen? 

Wenn du mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten kannst, gehörts du sehr wahrscheinlich dazu. Doch keine Sorge, du kannst daran arbeiten. Sicherlich ist es nicht einfach, sich von tiefverwurzelten Verhaltensweisen zu verabschieden, aber du solltest es – deinem Kind zuliebe- wirklich versuchen. Denn es tut ihm nicht gut und dir auch nicht! Du kannst deinem Kind nicht seinen Frust ersparen, wenn es nicht das sofort bekommt, was es gerne haben möchte. In der Erziehung ist es besonders wichtig, das Kind auch mal alleine machen zu lassen, es auch mal frustriert sein zu lassen, wenn es ein „Nein“ hören muss. Kinder müssen auch mit negativen Gefühlen umgehen lernen- dadurch können sie auch lernen dass negative Gefühle auch mit der Zeit wieder verschwinden, wenn man darüber reden kann, Trost erfährt oder dem Kind einfach etwas Zeit lässt.

Fuermamas Tipp: Dein Kind darf sich auch unabhängig von dir bewegen und entwickeln. Lass es frei und ersticke es nicht mit deiner Liebe - auch wenn du es nur gut meinst - denke an das Motto: "die Liebe ist ein Kind der Freiheit!". Dein Kind kann sich viel besser entwickeln, wenn du seine Selbstständigkeit zulässt. Und normalerweise fordert es diese auch von selbst ein. Wenn es dir schwerfällt loszulassen: Versuche, dir im Austausch mit anderen Rat und Hilfe zu holen. Vielleicht ist dein Partner gelassener? Dann kannst du ihn doch um Unterstützung bitten, dir dabei zu helfen, auch gelassener im Umgang zu werden. Atme ersteinmal tief durch, wenn du merkst, dass du innerlich wieder den Zwang spürst, kontrollieren zu wollen. Lasse den Freiraum zu, den sich dein Kind wünscht (verbal oder nonverbal ausgedrückt). So lernt dein Schatz wichtige Grenzen kennen, die es später zu einer selbstbewussten und starken Persönlichkeit macht. Und das wünscht du dir doch sicherlich für dein Kind, oder?