Babys, zeigt her eure Zähnchen!

Im ersten Lebensjahr steht Babys Entwicklung im Vordergrund. Ein Jahr voller Ereignisse und Erlebnisse! Drehen, Krabbeln Beikoststart, Laufen lernen! Eine spannende Zeit für Eltern und Baby, eine Zeit voller Abenteuer! Die meisten Babys bekommen in etwa zwischen dem 6.-8. Lebensmonat ihren ersten Zahn. Die Reihenfolge variiert meist. Oft bricht als erster Zahn ein unterer Schneidezahn durch. Ist die Milchzahnbildung mit etwa 3 Jahren abgeschlossen, hat das Kind 20 Milchzähne. Die Zeit des Zahnes wird des Öfteren als unruhige Zeit beschrieben, da das Kind oft weinerlich ist. Zuwendung und Ruhe ist nun gefragt.

Fluorid ab dem 6. Lebensmonat

Fluorid ist ein Spurenelement und wird dem Baby ab dem 6. Lebensmonat vorsorglich als Tablette (1 Kügelchen / Tag) gegeben. Es schützt die Zähne vor Kariesbefall und Säure. Verschiedene Bakterien ernähren sich von den Essensresten im Mund. Dabei entsteht Säure, die den Zahn angreift und Löcher, also Karies verursacht. Wichtig für Eltern ist die Tatsache, dass es sich bei Zahnkaries nicht um eine Fluoridmangelerkrankung handelt. Mangelnde Zahnhygiene, der regelmäßige und hohe Verzehr von zuckerhältigen Produkten, sowie einfachen Kohlenhydraten fördern die Entstehung von Karies. Durch unsere Lebensgewohnheiten steigt die Gefahr, Karies zu bekommen. Im ersten Lebensjahr liegt die Empfehlung zur Gabe von Fluorid bei 0,25 Milligramm / Tag. Fluorid kann mit Vitamin D (in Form von Tropfen aus der Apotheke) kombiniert werden. Das Rezept dafür erhalten die frischgebackenen Eltern meist bereits in der Geburtsklinik oder im Zuge der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen vom Kinderarzt. Ab dem 3. Lebensjahr ist eine Supplementierung durch Fluoridtabletten nicht mehr nötig. Ab diesem Zeitpunkt werden die Zähne zweimal täglich mit der Kinderzahnpasta gereinigt.

Juhu - das Zahnen beginnt!

Die ersten Zähnchen kündigen sich an? Eine weitere spannende und neue erlebnisreiche Zeit steht bevor! Meist ist der erste Zahn bereits abtastbar oder schon sichtbar. Damit die Zeit des Zahnens zur Abenteuerzeit ohne große Schmerzen wird, sollte das familiäre Apothekerkästchen folgende „Zahnungshilfen“ beinhalten:

  • Globuli! Zahnungsglobuli (Osanit Kügelchen – ein homöopathisches Mischpräparat) für Babys sind in der Apotheke erhältlich und können in der Zeit des Zahnens eine wunderbare Hilfe sein. Bei Bedarf bis zu 8 Kügelchen auf Babys Zunge, warten (Gefahr des Verschluckens) und danach Kräutertee geben. 
  • Beißringe & Co.: Kühlende Beißringe können dem Baby ebenso während des Zahnens helfen, da sich das Kauen beruhigend auf die Kieferschleimhaut auswirkt. Karotten, Brotrinden usw. bergen immer eine gewisse Verschluckungsgefahr, davor wird abgeraten! Achtung, nicht zu kühl lagern! ½ Stunde im Kühlschrank genügt! (Dabei in einer Schüssel lagern, damit keine Keime aus dem Kühlschrank an den Beißring gelangen – nie im Gefrierfach lagern)
  • Zahnungsgel! Zahnungsgels gehören zur Gruppe der Arzneimittel (Medikamente) und sollten nur bei starken Schmerzen gegeben werden. Das Gel ist ebenso in der Apotheke erhältlich. Die Absprache mit dem behandelten Kinderarzt muss zuvor erfolgen! Wenn das Baby wenig Appetit zeigt, auch das Teefläschchen verweigert, jedoch kräftig am Schnuller oder am Daumen saugt und somit über große Schmerzen klagt, kann das Gel auf die betreffende Stelle im Mund aufgetragen werden! Achtung! Das Gel ist ausschließlich für das Auftragen vorgesehen und sollte nicht verschluckt werden!
  • Wundcreme für Babys Po! Während des Zahnens kann der After des Babys leicht gerötet sein. Eine Wundcreme kann zu dieser Zeit aufgetragen werden. Um sicher zu gehen, dass es sich dabei ums Zahnen handelt und nicht um eine Pilzinfektion, ist ein Besuch beim Kinderarzt empfehlenswert.
  • Fieberzäpfchen! Bitte immer nach Absprache mit dem Kinderarzt anwenden! Fieber kann eine unangenehme Begleiterscheinung des Zahnens sein. Manchmal jedoch ein Infekt während des Zahnens. So wird das Fieber fälschlicherweise oft in Zusammenhang mit dem Zahnen gebracht. Fieberzäpfchen können das Fieber rasch senken. Aber Achtung! Nach Gabe des Zäpfchens müssen die Eltern stets die Körpertemperatur überwachen und nach einigen Minuten mittels dem Fieberthermometer nochmals messen, da die Körpertemperatur rasch sinken kann. Fieberzäpfchen sollten generell immer griffbereit in der Hausapotheke bzw. im Kühlschrank lagern! Dabei immer auf das Ablaufdatum achten und gegebenenfalls neue Zäpfchen kaufen.

Das liebe Thema Süßigkeiten, Früchtetee & Co.!

Grundsätzlich sind Süßigkeiten während der Beikost nicht vorgesehen oder sollten die Ausnahme darstellen. Ab und zu, bei Familienfeiern oder besonderen Anlässen kann gerne ein kleines Stück Kuchen (wenn das Kleinkind bereits bei den Familienmahlzeiten mitisst) gegeben werden.

  • Babykekse und Co. bitte in Maßen! Diese werden meist aus einfachem Weizenmehl hergestellt. 
  • Während des Zahnens empfehlen sich besonders Kamillentee, Fencheltee oder Käsepappeltee als Kräuterteemischung. Diese Bio-Tees sind als Beuteltees erhältlich.
  • Lösliche Pulvertees, die sogenannten Instant-Tees (Früchtetee) beinhalten meist den Trägerstoff Maltodextrin. Dies ist ein Gemisch aus verschiedenen Zuckerarten. Hier kommt die Geschmacksprägung ins Spiel. Zudem sind diese Tees schädlich für die Zähne des Babys!
  • Fruchtsäfte sind im ersten Lebensjahr ebenso nicht vorgesehen oder sollten die Ausnahme darstellen. Um den süßen Geschmack zu erhalten, wird den meisten Fruchtsäften noch mehr Zucker zugesetzt. Daher ist ein Blick auf die Nährwertliste auf der Verpackung immer von Vorteil. Die großen Herstellernamen deklarieren deutlich. z.B. Apfel-Karotten Saft. Zutaten: Äpfel, Karotten, Wasser.
  • Kariogene Zuckerarten wie Honig, Ahornsirup (Sirup), Agavendicksaft (Dicksaft), Milchzucker (Laktose), Honig, Traubenzucker, Fruchtzucker (Fructose) oder Malzzucker können in vielen Produkten für Erwachsene (Kuchen, Süßigkeiten usw.) zugesetzt sein. Kariogen bedeutet, dass diese Zuckerarten die Kariesentstehung fördern.
  • Das „Dauernuckeln“ am Fläschchen sollte ebenso vermieden werden!

Muttermilch & Pre-Nahrung wirken weniger kariogen: 

In der Muttermilch, sowie in der PRE-Nahrung (oder PRE-HA Nahrung) ist ausschließlich Milchzucker als Kohlenhydrat enthalten. Hier werden die Zähne nur gering angegriffen. Weiteren Folgenahrungen (1,2 und 3er Nahrung) sind mehr Zuckerarten zugesetzt. Diese wirken stärker kariogen, also kariesfördernd.

Das Zähneputzen! Interesse & Ablehnung

Sobald die ersten Zähnchen durchgebrochen sind, kann mit dem Zähneputzen geübt bzw. gestartet werden. Anfangs ist die Neugierde der Kleinen groß, nach einigen Tagen jedoch oft schon wieder vorbei, stattdessen lehnt das Baby die Zahnbürste ab. Wichtig  - Zeit  und Geduld der Eltern! Das Zähneputzen sollte keine Stresssituation für das Kleinkind darstellen, sondern wie das Baden, das Anziehen, das Händewaschen, das Haare bürsten, zum täglichen Pflegeritual werden! Eltern sind Vorbilder! Also bereits vor den Kleinen fleißig die eigenen Zähne putzen!

  • Kinderzahnbürsten immer im Drogeriemarkt kaufen! Hier gibt es bereits Säuglingszahnbürsten, diese sind besonders weich und auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt.
  • Das Erlernen kann 2x täglich für ein paar Sekunden stattfinden, sobald die ersten Milchzähne durchbrechen. Dies ist wichtig, da bereits Beikost gegessen wird und sich erste Ablagerungen bilden können.
  • Die ersten Male ohne Zahnpasta üben, später kann bereits mit Kinderzahnpasta geputzt werden. Achtung, es sollte zu keinem Verschlucken kommen. Ein paar Übungen genügen! (das Putzen der Zähne von oben nach unten genügt) Nicht rubbeln! 

Tipp: Ein Gespräch mit dem Kinderarzt oder dem behandelten Zahnarzt sollte vor dem Zahnputzstart immer erfolgen! Diese können weiters Ratschläge bezüglich der richtigen Zahnpflege und Behandlung geben! Des weiteren sollte ebenso jederzeit der Arzt kontaktiert werden, wenn Unklarheiten, Fragen oder Verletzungen auftreten! 

„Babys erster Zahn – ein wunderschöner Augenblick, der immer in Erinnerung bleibt!“