Vorsorgetipp für Mamas: Investmentsfonds

Kinder kosten, laut Spiegel-Magazin, Frauen im Laufe des Leben etwa 64% ihres Einkommens. Daher sollten sich gerade Mütter frühzeitig um Vermögensaufbau und Vorsorge kümmern. Unsere Autorin und Finanzexpertin Barbara Schilling stellt einige Alternativen vor.

Alternativen zur geringen Verzinsung

Es gibt viele Wege, die bekanntlich nach Rom führen, einer davon ist, in Wertpapiere zu investieren. Investmentfonds sind eine gute Möglichkeit für den Vermögensaufbau auf langfristiger Basis. Aktien sind vielen (Einsteiger-)Anlegern zu risikoreich. Fonds scheinen da eine einfache Alternative zu sein. Worauf du  beim Kaufen von Fonds beziehungsweise Fondssparen achten solltest und welche Fondsvarianten es gibt, erfährst du hier. Die meisten Deutschen stecken ihr Kapital in verzinslichen Anlagen, wie Tagesgeld, Sparbriefe oder Lebensversicherungen. Doch leider erhält man dafür nur eine niedrige Verzinsung. Aktuell gleicht sie nicht einmal die Inflation aus. Es geht somit um einen realen Wertverlust. Schade eigentlich. Muss das denn sein, dass mein Erspartes in ein paar Jahren weniger wert ist als heute?

Vorteile von Investmentfonds

Höhere Renditen versprechen zum Beispiel Investmentfonds, die von Profis in der  Vermögensverwaltung verwaltet werden. Zum Vermögensaufbau investieren sie Anlagekapital des Fonds in verschiedene Wertpapiere: Bei Aktienfonds meist gleich in mehrere Dutzend Aktien. Rentenfonds arbeiten mit Rentenpapieren. Ziel ist eine Risiko-Streuung. Wenn es an eine Seite nicht so gut aussieht, fängt es die andere Seite (theoretisch) auf. Ein Wertverlust verteilt sich somit auf das gesamte Fondsvermögen.

Fonds gibt es schon seit dem 18. Jahrhundert

Die Idee ist also nicht neu, aber bewährt. Eine relative Konkurssicherheit macht die Attraktivität des Fonds aus. Sie zählen rechtlich gesehen - wie auch Aktien - zum Sondervermögen. Dieses ist vom Vermögen der Investmentgesellschaft separiert (treuhänderische Verwaltung). Ein weiterer Vorteil: Fondsanteile können wann immer du willst ge- oder verkauft werden. Im Internet ist die Entwicklung der Anteilspreise easy abzurufen, zu jeder Tages- und Nachtzeit.

1. Die richtige Bank finden

Schau dich nach einer kostengünstigen Bank um, wenn du überlegst, für dich, deine Familie oder deine Kinder in Fonds zu investieren. Eine günstige Fondsdepot-Bank zu finden ist nicht weiter schwierig, dank dem Internet. Ansonsten kannst du als Anleger ganz einfach deine Hausbank fragen, oder eben eine Online-Bank wählen beziehungsweise einen Fondsvermittler engagieren. Dabei gilt zu berücksichtigen:

  • Beim Kauf eines Investmentfonds fallen oftmals recht hohe Ausgabeaufschläge an. Manchmal von fünf Prozent oder mehr. Das kann schon einiges ausmachen, gerade bei beliebten Fonds sind die Aufschläge in der Regel recht happig. Deshalb: Einkalkulieren oder aber auf einen andere Fonds ausweichen. Bitte beraten lassen und Achtung vor „schwarzen Schafen“ – nur seriöse Anbieter wählen, keine dubiosen Internetgeschäfte machen bitte.
  • Die Hausbank bietet oft nur hauseigene Fonds an; da ist die Auswahl eingeschränkt. Lieber umfassend informieren, gern an mehreren Stellen. Viele Hausbanken berechnen den vollen Ausgabeaufschlag. Einfach mal vergleichen, was der gleiche Fonds woanders kosten würde (machen wir bei Handtaschen ja auch ;-).
  • Abschlüsse über eine Online-Bank oder über Fondsvermittler sind manchmal preiswerter. Die Auswahl des Wertpapierdepots sollte ermöglichen, dass du eine recht große Auswahl an ausgabeaufschlag-freien Fonds zur Verfügung hast.
  • Fonds-Sparpläne sollten kostenfrei eingerichtet werden können. Auch die Gebühren für die Konto-/ Depotführung sind ein Kostenfaktor, den es heißt im Auge zu behalten. Bei einigen Anbietern ist die  Depotführung kostenlos, bei anderen beträgt sie bis zu 50 EUR im Jahr.

2. Der Fondstyp – welcher passt zu mir?

Mit einem Fondsdepot können nun die Fonds ausgewählt werden. Risikobereitschaft, Renditeziel und Dauer der Anlage spielen mit hinein. Auch gibt es verschiedene Anlageklassen, die man sich anschauen sollte. Generell gilt: Fonds, die eher hohe Renditen als Ziel haben, nennt man offensive Fonds = große Chancen aber hohes Risiko. Defensive Fonds haben eher den Werterhalt als Schwerpunkt, zum Beispiel Rentenfonds.

  • Aktienfonds: Hier investierst du mit einem Wertpapier in eine breite Reihe von Aktien. Sie sind etwas für chancenorientierte Anleger und eher auf Dauer angelegt (Renditeerwartung langfristig: fünf bis zehn Prozent pro Jahr). Sie unterliegen aber den Schwankungen des Aktienmarktes.
  • Rentenfonds (Anleihenfonds) sind festverzinsliche Wertpapiere von Staaten, Ländern oder Firmen = Regelmäßig verzinsliche Schuldverschreibungen. Ein Rentenfonds streut das Risiko. Doch auch hier gibt es risikoreichere …
  • Mischfonds: Eine Mischform, in der der Schwerpunkt entweder eher auf Aktien oder auf Anleihen liegt.
  • Dachfonds: Sie investieren nicht selbst in Aktien oder Anleihen, sondern in andere Fonds, die man Zielfonds nennt (zum Beispiel nur hauseigene oder nach Anlagethemen sortiert.)

Es gibt eine Reihe weiterer Fondsarten. Man kann auch hier Aspekte wie Kinderarbeit oder ähnliches gezielt ausschließen, indem man sich entsprechend hinreichend informiert. Was auch immer ihr in Erwägung zieht: Lest euch ein. Vermögensaufbau ist keine Zauberei und auch nichts, dass man nicht verstehen kann, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt. Es lohnt sich: Setzt euch mit der Geldanlage auseinander und zieht unabhängige Beratungsstellen (Verbraucherschutz, etc.) zurate. Es ist (auch) euer Geld.