10 Tipps: positiv „strafen“

Zugegeben, kein Kind ist immer ein Engel. Aber was tun, wenn das liebe Kleine dich wieder mal zur Weißglut treibt? Sollst du mit einer Strafe drohen und dein Kind in die Ecke schicken? Wie effektiv sind solche altmodische Strafen eigentlich wirklich? Und wie kann man das im Jahr 2016 besser machen? 

Tipp 1)Strafe so wenig wie möglich

Eine Bestrafung hilft leider nicht unbedingt dabei, das Verhalten deines Kindes zu korrigieren. Häufig kann eine Strafe sogar ziemlich falsch sein - und genau das Gegenteil auslösen Etwa wenn du immer wieder wiederholst „Mama sagt es jetzt noch einmal und dann gehst du auf den Flur!“ Du verlierst die Geduld und es passiert einfach nichts. Im schlimmsten Fall wird dein Kind nicht nur sein Verhalten nicht ändern, sondern auch weiterhin deine Grenzen testen  - und jedes Mal abwarten, ob dir das gefällt oder nicht. Bestraf dein Kind also nur, wenn dies notwendig ist. Ansonsten ist es effektiver auf positive Art und Weise mit deinem Kind über sein Verhalten zu sprechen.

Tipp 2)Positive Vorgehensweise

Auch in der Rolle als Polizist wirst du wenig Erfolg haben. Am besten bringst du deinem Kind bei, sich an die Regeln zu halten, indem ihm erklärst, was es DARF. So bringst du deinem Kind auf positive Art und Weise richtige Verhaltensweisen bei. Statt etwa zu sagen „Nicht mit dem iPad spielen“, erklärst du: „Genau, das iPad gehört auf den Tisch und Mama legt es zusammen mit dir wieder auf den Tisch“. 

Tipp: Hier findest du weitere positive Alternativen zum "Nein".

Tipp 3)Sei deutlich

Vielleicht vergisst du manchmal, dass dein Kind noch ein Kleinkind ist. Ausdrücke wie „Benimm dich jetzt“ und „Sei doch mal lieb!“ sagen deinem Kleinkind nicht viel. Denn was genau meint Mama damit? Wenn du viele von diesen unglücklichen Ausdrücken verwendest, kann es sein, dass dein Kind nicht wirklich darauf hört. Einfach weil es nicht versteht, wie es lieb sein soll. Sei darum so genau wie möglich und gib deinem Kind keine vagen oder ungenauen Aufträge. Das wird dir viele Tobsuchtsanfälle ersparen!

Tipp 4)Entscheide dich für eine passende Strafe

Natürlich musst du ab und zu streng mit deinem Kind sein und dir eine Strafe ausdenken. Aber als Strafe keinen Nachtisch nach dem Essen anzudrohen während die Spielsachen durchs Kinderzimmer fliegen, ist nicht wirklich logisch. Du denkst vielleicht, dass dies hilft, weil dein Kleinkind seinen Nachtisch so gerne isst, aber dadurch versteht es nicht, warum es nicht mit Spielsachen werfen darf. In diesem Fall besteht eine gute Strafe zum Beispiel darin, die Spielsachen wieder zurück in die Spielkiste zu legen.

Tipp 5)Bleib nicht sauer

Wenn du sauer auf dein Kleinkind bist, ist es für dich ganz logisch, dass dies eine Weile so bleibt. Aber vergiss nicht, dass dein Kleinkind im Augenblick lebt. Wenn dein Kleinkind also nach einigen Wutausbrüchen friedlich spielt, sag schnell etwas Positives. Wenn du immer noch sauer bist, obwohl dein Kind jetzt friedlich spielt, verwirrt das dein Kind. Und gerade dein Lob motiviert dein Kind, sich gut zu benehmen.

Tipp 6)Auszeit als Pause

Eine Auszeit (oder Time-Out) ist ein gutes Mittel, um dein Kleinkind wieder zu beruhigen. Verwende eine Auszeit aber als Pause, nicht als Strafe oder Drohung. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn du ruhig bleibst, die Führung übernimmst und erklärst, um was es geht. Nimm dein Kind an die Hand und  sage: „Max, du darfst nicht so schreien. Du schreist wieder und darum musst du dich jetzt kurz aufs Sofa setzen.“ Nach einer kurzen Pause sagst du dann „Jetzt redest du wieder normal, gut, das ist genau das, was ich möchte!“.

Tipp: So funktioniert ein Time-out -> http://www.mamaenzo.nl/peuter/leren/zo-werkt-een-time-out Tipp

7)Hilft es, sich zu entschuldigen?

Wenn du es lange genug darum bittest, entschuldigt dein Kind sich möglicherweise. Das ist dir vielleicht wichtig, aber Kinder unter 4 Jahren können nicht wirklich über ihr falsches Verhalten nachdenken. Sich zu entschuldigen ist nur eine leere Floskel, die die Kinder einfach sagen, weil sie es müssen. Sei also nicht überrascht, wenn dein Kleinkind danach sein unkorrektes Verhalten einfach wiederholt.

Tipp 8)„Ich bin frech, darum verhalte ich mich frech“

Wenn dein Kind häufig bestraft wird, denkt es über sich selbst „Ich bin frech“. Kinder verhalten sich dann häufig entsprechend dieses negativen Selbstbildes. Natürlich musst du es deinem Kind sagen, wenn es frech ist. Aber sag seinem Kind auch, was du möchtest. Und mach ihm ein Kompliment, wenn es sich gut benimmt. So lernt dein Kind, dass gutes Benehmen viel mehr Spaß macht.

Tipp 9) Wiederhol die Regeln nicht

Wenn dein Kleinkind sauer oder traurig ist, neigst du vielleicht dazu, die Regeln für ein richtiges Verhalten zu wiederholen. Zu diesem Zeitpunkt hat dein Kind aber absolut kein Bedürfnis danach. Sprich lieber mit ihm über die Traurigkeit oder den Ärger. Sag z. B.: „Mama sieht, dass du sauer bist. Ich weiß, du würdest jetzt am liebsten …“. So stellst du ein gutes Verhältnis zu deinem Kleinkind her und es beruhigt sich schneller, als wenn du immer wieder die Regeln herunterbetest.

Tipp 10)Geh immer positiv auf dein Kleinkind zu

Natürlich ist es gut, feste Regeln zu haben. Kinder haben nun einmal ein Bedürfnis nach Grenzen. Trotzdem solltest du versuchen, positiv auf dein Kleinkind einzugehen. Es ist viel einfacher, dem Kind zu sagen, was du möchtest, anstatt es anzuschreien und zu sagen, was du nicht möchtest. So etwas versteht dein Kleinkind nämlich nicht und es entstehen noch mehr Probleme. Mit einer positiven Vorgehensweise erreichst du viel schneller deine Ziele und dein Kind versteht dich trotzdem.