Milchschorf und Kopfgneis: ein hartnäckiges Problem

Dein Baby ist das schönste und süßeste Baby der Welt. Doch manchmal haben auch die schönsten Kinder Symptome, die nicht ganz so schön aussehen. Fettige, gelbliche und abblätternde Hautstückchen auf dem Köpfchen beispielsweise, auch bekannt als Kopfgneis oder Milchschorf. Was ist da los, wenn Babys Schuppen haben?

Was bei Erwachsenen wie starke Schuppen aussieht, ist bei Babys der Kopfgneis. Es ist eine leichte Form des seborrhoischen Ekzems: ein dicker, fettig-gelber Ausschlag mit roter und schuppiger Haut, der aufgrund von Talgüberproduktion entsteht. Häufig tritt er an Kopf, Augenbrauen, im Nasenbereich, hinter den Ohren und auf der Brust auf. Kopfgneis kommt häufig bei Säuglingen ab der 6. bis 8. Woche bis zum 3. oder 4. Monat vor und verschwindet meistens von selbst wieder. Doch es sieht natürlich etwas unschön aus, die meisten Eltern versuchen deshalb, etwas dagegen zu unternehmen.

Wie entsteht Kopfgneis?

Die Ursache von Kopfgneis ist meistens nicht bekannt. Vorbeugen ist daher auch nicht möglich. Man nimmt an, dass Kopfgneis durch Hormone entsteht, die im Körper des Babys nach der Geburt zurückbleiben. Diese Hormone stimulieren die Ausschüttungen der Talgdrüsen. Auch familiäre Veranlagung kann ein Grund sein. Bei Nahrungsmitteln wurde bisher nicht nachgewiesen, dass sie das Ekzem hervorrufen oder heilen können. Ein Zusammenhang scheint mit dem Hefepilz „Pityrosporum ovale“ zu bestehen. Kopfgneis sieht nicht schön aus, ist aber in keinster Weise ansteckend, du kannst also unbesorgt mit deinem Baby schmusen.

Ein Ekzem juckt 

Das seborrhoische Ekzem wird vermutlich durch einen Hefepilz verursacht und ist meistens gut mit einem speziellen Shampoo zu behandeln, das in Apotheken oder Drogerien erhältlich ist. Doch Achtung: Kopfgneis ist kein konstitutionelles Ekzem. Der wichtigste Unterschied ist, dass Kopfgneis nicht juckt, ein Ekzem (bei Babys Milchschorf genannt) allerdings wohl. Häufig entsteht Verwirrung darüber, da beides zusammen vorkommen kann und der Unterschied manchmal schwierig erkennbar ist. Kopfgneis juckt nicht und stört dein Baby daher nicht. Außerdem verschwindet er wie gesagt nach einiger Zeit automatisch von selbst. Du wirst also wahrscheinlich kein spezielles Shampoo benötigen. Wenn du doch ein Shampoo verwendest, sollte es nicht in die Augen gelangen, denn das brennt.

Wie kann ich Kopfgneis behandeln?

Egal ob Milchschorf oder Kopfgneis: Versuche einfach die Hautflocken mithilfe von Babyshampoo und einer weichen Bürste zu entfernen. Du kannst auch die Kopfhaut deines Babys mit einem milden Öl wie Sonnenblumen-, Oliven- oder Mandelöl einreiben und über Nacht einwirken lassen. Anschließend entfernst du den Schorf vorsichtig mit einer weichen Bürste oder schabst vorsichtig mit einer Ansichtskarte über den Kopf. In der Apotheke oder Drogerie sind zudem spezielle Babyprodukte gegen Kopfgneis erhältlich. Es gibt auch Eltern, die über positive Ergebnisse mit etwas Rooibostee in der Flaschennahrung oder ein bis zwei Beuteln Rooibostee im Badewasser berichten. Sogar ein spezieller Badetee ist hierfür erhältlich.

Tipps

  • Wenn du das Babyköpfchen mit deinen Fingern oder einer weichen Bürste massierst, löst du die Schuppen und verbesserst die Durchblutung der Kopfhaut. Außerdem wird dein kleiner Schatz diesen körperlichen Kontakt wahrscheinlich herrlich finden!
  • Wenn du die Hautschuppen entdeckst, solltest du die Haare täglich (mit einem speziellen Shampoo oder Babyshampoo) waschen. Sobald die Schuppen verschwinden, solltest  du das Haare waschen auf ein bis zweimal in der Woche reduzieren. Wasche das Shampoo immer gut aus.
  • Bürste die Haare nach dem Waschen mit einer weichen Bürste und wiederhole das Bürsten mehrmals täglich. Versuche nicht, die Hautschuppen mit den Fingern abzuknibbeln, das kann zu wunden Stellen führen, die sich später entzünden können. 
  • Wenn die Hautschuppen nicht verschwinden oder du dir nicht sicher bist, ob es sich um Milchschorf oder Kopfgneis handelt, solltest du deinen Kinderarzt oder Dermatologen um Rat fragen. Er kann dir bestimmte Lotionen verschreiben, mit denen du die Kopfhaut deines Babys einreiben kannst.

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