Verschiedene Gebärpositionen

Nach den langen und aufregenden Wochen der Schwangerschaft ist es soweit: die Geburt steht kurz bevor. Doch in welcher Gebärposition willst du dein Kind gebären? Welches ist für dich die angenehmste Geburt und die schmerzfreiste? Grundsätzlich kann man das nicht pauschal beantworten, denn natürlich ist jede Frau anders und hat andere Bedürfnisse. Grundsätzlich kannst du dein Kind im Stehen, im Liegen, in der Seitenlage, in Hockpositionen oder im Vierfüßlerstand gebären. Deine Hebamme wird dich dabei unterstützen, deine richtige Stellung zu finden. Und falls die Geburt sehr lange dauert, kann ein Stellungswechsel manchmal den Geburtsvorgang erleichtern.

Für Mamas Tipp Tipp: Du solltest dabei dir und deinem Gefühl vertrauen: bleibe während der Geburt immer in Bewegung und nehme die Stellung ein, die dir am angenehmsten ist. Die Positionen haben einen enormen Einfluss auf den Geburtsvorgang. So kann man mit den Stellungen die Schwerkraft entweder nutzen oder vermeiden, die Wehentätigkeit positiv oder negativ beeinflussen sowie die Sauerstoffzufuhr des Babys begünstigen oder verschlechtern. Hier eine Zusammenfassung der Gebärpositionen:

Aufrechte Gebärhaltung

In der aufrechten Gebärhaltung kann die Frau gut durchatmen und die natürliche Schwerkraft wird durch die aufrechte Haltung gefördert. Außerdem ist die Bewegungsfähigkeit der Frau kaum eingeschränkt. Wann solltest du diese Position einnehmen? Grundsätzlich immer dann, wenn es dir angenehm ist. Die Stellung ist förderlich bei seltenen oder schwachen Wehen, bei verzögerter Geburt oder Geburtsstillstand und auch gut bei Rückenschmerzen. Die Vorteile dieser Stellung: die Wehen sind effektiver im Stehen, die Geburt wird im Stehen stärker vorangetrieben, das Pressen wird erleichtert und der Beckeneingang ist vergrößert im Vergleich zum Liegen oder Sitzen. 

Hockstellung

Das Gebären in der Hocke hat so manchen Vorteil: der Beckenausgang wird maximal erweitert. Du kannst dich in in der Hocke gut mit den Füßen am Boden abstützen und gleichzeitig Unterstützung von deinem Partner bekommen, denn dein Partner sitzt hinter dir auf einem Stuhl, während du zwischen seinen Beinen hockst und dich auf seinen Beinen abstützt. Damit du dich hier richtig fallen lassen kannst, ist es aber wichtig, dass dein Partner dir hier genügend Halt gibt. Vorteile: Die Schwerkraft wird in dieser Stellung ebenfalls optimal ausgenutzt, Rückenschmerzen werden gelindert und ein schnelles Tiefertreten des Babys wird gefördert. Zudem brauchst du weniger Kraft zum Pressen, da der Oberkörper hier stärker mitarbeitet. Allerdings ist diese Position auch schnell ermüdend, von daher wirst du wahrscheinlich nicht allzu lange hier verharren können.

Gebären auf einem Gebärhocker: das Gebären auf dem Gebärhocker ist eine Variante des Gebärens in der Hocke, nur das du auf einem kleinen hufeisenförmigen Schemel sitzen kannst, während dein Partner dir von hinten Halt geben kann. Die Position versetzt die Frau einerseits in der Hocke sitzend dennoch in eine aufrechte Position.

Knieend gebären

Knieend sind zwei Positionen möglich: zum einen das abstützen auf einen Hocker oder im Falle einer Wassergeburt – am Badewannenrand. In dieser Position sind die Wehen meistens nicht so schmerzhaft und effektiver als in anderen Positionen. Rückenschmerzen werden hier gelindert, das Becken kann sehr gut bewegt werden und der Beckeneingang ist sehr groß. Außerdem ist die Stellung entspannender als alle Stehpositionen. Die zweite knieende Variante ist die Knie-Ellbogen-Lage (Vierfüßlerstand). Diese Position ist für viele Frauen sehr angenehm, da du hier sehr gut in die Wehen hinein atmen kannst. Diese Variante ist ebenfalls sehr gut geeignet um dein Becken zu bewegen (kreisen und schaukeln), das Steißbein und die Beckengelenke sind hier frei beweglich. Ein wichtiger Faktor: in dieser Lage ist weniger Druck auf dem Damm und somit auch eine geringere Gefahr eines Dammrisses.

Rückenlage

Es gibt für das Gebären einige Varianten im Sitzen, die gut geeignet sind: Das "Vornübergebeugte Sitzen", das "Aufrechte Sitzen" und die "Halbsitzende Position".

  • Das Vornübergebeugte Sitzen auf einem Hocker hat den Vorteil, dass es die Schwerkraft gut ausnutzt, den Damm entspannt und Rückenschmerzen lindert. 
  • Wenn du aufrecht auf einem Gymnastikball sitzt, kannst du sehr gut dein Becken kreisen und somit dich super entspannen und gleichzeitig die Schwerkraft ausnutzen.
  • Die halbsitzende Position wird meistens eingenommen, wenn eine PDA gemacht wurde, oder wenn du sehr erschöpft bist. Die Ausnutzung der Schwerkraft wird hier auf jeden Fall verstärkt, allerdings ist die Belastung für den Damm recht hoch, und die Beweglichkeit des Steißbeines und der Beckengelenke sind auch eingeschränkt.

Liegende Gebärpositionen

Die verschiedenen Liegepositionen können sein: Seitenlage, Rückenlage oder die Steinschnittlage. Liegende Positionen sind zumeist entspannender, aber mitunter auch passiver und schwieriger als die anderen Gebärpositionen. 

  • Die Seitenlage kannst du immer dann gut einnehmen, wenn du erschöpft bist, eine PDA bekommen hast, Hämorrhoiden hast oder auch wenn die Geburt sehr schnell verläuft und sie etwas ausgebremst werden muss. Sie ist außerdem gut geeignet bei Bluthochdruck, vermeidet Druck aufs Kreuzbein und gibt weniger Druck auf den Damm und vermindert so die Gefahr eines Dammrisses.
  • Die normale Rückenlage, bei der du mit gespreizten Beinen auf dem Rücken liegst, ist nicht so vorteilhaft für die Geburt: die Wehen sind schmerzhafter und uneffektiver in dieser Position, die Sauerstoffversorgung ist für dein Baby nicht optimal, da hier alle großen Gefäße komprimiert werden. Die Schwerkraft arbeitet hier nicht für dich, dein Beckendurchmesser wird verkleinert, Rückenschmerzen werden hier leider verschlimmert und das Risiko eines Dammrisses ist erhöht.
  • Die Steinschnittlage gilt als letzte Position, die versucht werden kann, bevor ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss, oder das Kind mit einer Zange oder Saugglocke geholt werden muss. Hierbei liegt die Frau auf dem Rücken und hält die Beine gespreizt auseinander, so dass sich ihr Rücken rundet. Diese Position hat alle Nachteile der Rückenlage und kommt wie gesagt nur zum Einsatz wenn keine andere Position mehr wirkt.