Windelausschlag (Windeldermatitis)

Windelausschlag oder Windeldermatitis ist leicht zu erkennen. Fast alle Babys haben irgendwann einmal Windelausschlag. Die zarte Babyhaut am Popo, im Genitalbereich und manchmal sogar an den Innenseiten der Oberschenkel wird dabei ganz rot, rissig und fleckig. Außerdem juckt und brennt die Haut, was für dein Baby natürlich sehr unangenehm ist. Nicht schön, aber glücklicherweise kann man gut einiges dagegen tun.

Wie entsteht Windelausschlag?

Windeldermatitis kommt heutzutage dank deutlich besserer Windeln weniger häufig vor als früher. Trotzdem haben mehr als 69 Prozent der Babys ab und zu darunter zu leiden. Ursache ist das feucht-warme Klima in der Windel. Ein Baby macht ungefähr 14 Mal pro Tag in die Windel und hat durchschnittlich zweimal täglich Stuhlgang. Urin und Stuhl weichen die Babyhaut auf und enthalten Stoffe, die zu Reizungen der empfindlichen Haut führen können. Bakterien bilden das Enzym Urease, das den Harnstoff aus dem Urin im Ammoniak umwandelt, der wiederum die Haut reizt. 

Auch die Windel selbst kann durch Reibung für einen roten Babypo sorgen, vor allem dann, wenn das Baby zu lange in einer vollen Windel liegt. Dabei kann Windeldermatitis vor allem durch Durchfall entstehen. Der Ausschlag ist harmlos und nicht ansteckend, allerdings sehr unangenehm. Übrigens kann Windelausschlag durch bestimmte Medikamente wie beispielsweise Antibiotika hervorgerufen werden. Auch Babys, die zahnen, haben häufig schneller einen wunden Po.

Vorsorgemaßnahmen

Windeldermatitis lässt sich relativ einfach verhindern, indem die Babyhaut im Windelbereich sauber und trocken gehalten wird. Durch regelmäßiges Windelwechseln und sorgfältiges Reinigen mit lauwarmem Wasser und Feuchttüchern und anschließendem Eincremen mit einer Babycreme verhinderst du, dass Rückstände von Urin und Stuhl die empfindliche Babyhaut reizen. Lass dein Kind eine Weile mit bloßem Popo strampeln, bevor du es neu wickelst. 

Ist die Haut bereits etwas gerötet, solltest du eine gute Wundcreme (z. B. von Penaten) verwenden, die die Haut gegen Feuchtigkeit schützt und bei der Regenerierung hilft. Hilfreich ist auch eine Zinksalbe, die eine leicht austrocknende und antiseptische Wirkung hat und den Heilungsprozess fördert. Bei Windeldermatitis solltest du keine parfümierten Feuchttücher und Seifen verwenden, da dies die irritierte Haut noch weiter reizen könnte. Verwendest du Baumwollwindeln? Dann solltest du diese nach dem Waschen zusätzlich mit Essigwasser (1 EL Essig pro Liter Wasser) ausspülen. Der Essig entfernt eventuelle Seifenreste aus den Windeln.

Wann zum Arzt?

Bei einer Windeldermatitis ist ein Arztbesuch im Prinzip nicht erforderlich. Falls sich der Ausschlag jedoch hartnäckig hält und nach einer Woche noch nicht abgeheilt ist, solltest du zur Sicherheit zum Kinderarzt gehen. Es besteht nämlich ein Unterschied zwischen einer Windeldermatitis und einem Windelekzem. Ein Ekzem ist hartnäckiger und muss mit einer speziellen Salbe behandelt werden.

Auch, wenn die roten Stellen schuppig sind und rund um die großflächigen Hautrötungen kleine weißliche, schuppige Flecken hinzukommen (der sogenannte Kranz), solltest du mit deinem Baby einen Arzt aufsuchen. Es kann es sich um eine Pilzerkrankung handeln, dem sogenannten Windelsoor. Manchmal sind bei dieser Infektion kleine weiße Bläschen zu sehen.

Tipp

Wenn bei deinem Baby eine Windeldermatitis mit roten Flecken auftritt, solltest du zu Sicherheit auch den Mund kontrollieren. Häufig können die Schleimhäute nämlich von Mundsoor befallen sein. Auch Mundsoor wird von einem Pilz verursacht und äußert sich in gelblichen oder weißlichen Belägen oder Stippchen auf der geröteten Mundschleimhaut an der Innenseite der Wangen, Lippen und Gaumen. Meistens ist die Ursache eine Candida albicans Infektion, also um eine übermäßige Vermehrung von Hefepilzen. Mundsoor sollte im frühen Stadium behandelt werden, da er sich ansonsten ausbreiten und auf den Popo deines Babys übergreifen kann.

Auch Durchfall kann schnell zu einem wunden Po führen. So kannst du helfen!